Arnulf Meffle lernt seinen Lebensretter kennen

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Geschrieben von Barbara Wendling (Ein Beitrag von der Seite des handball-server.de)

Die Stefan Morsch-Stiftung feierte ihre 30. Jubiläum und zwei Männer, Wolfgang Heppelmann und Arnulf Meffle feierten ihren ganz besonderen Tag.
Wolfgang Heppelmann ist der Lebensretter von dem an Leukämie erkrankten Arnulf Meffle aus Altenheim, der 1978 mit dem DHB-Team Handball-Weltmeister wurde.
Wolfgang Heppelmann entschied sich im Jahre 2003 für einen Blutspendentermin, um in die Stammzellenspenderdatei aufgenommen werden zu können. Der 52-jährige Wolfgang Heppelmann programmiert für ein Sägewerk in Nordrhein-Westfahlen, wo er auch mit seiner Familie wohnt.
2013 bekam der Stammzellenspender die Nachricht, dass er für einen Patienten passe, der die Spende benötige. Keine Frage für den Systemprogrammierer der zudem in der Kolpingfamilie sehr aktiv ist. Er ließ sich Knochenmark aus dem Becken entnehmen und ein paar Jahre später standen sich der Spender und sein Empfänger gegenüber. Anlass war die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Stefan Morsch-Stiftung.
Die Stefan Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Am Samstag, 17. September 2016, feiert die Stefan Morsch-Stiftung ihr 30-jähriges Bestehen. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke – in jeder Frage. Leukämie – 11.000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland diese Diagnose gestellt. Mal ist es ein berühmter Fußballer, mal die Frau eines Arbeitskollegen, mal der Sohn eines Vereinskameraden.
Arnulf Meffle und seine Frau Barbara machten sich also auf den Weg nach Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) wo sie Wolfgang Heppelmann und seine Frau treffen sollten. Natürlich ging Arnulf Meffle zuvor viel im Kopf herum: Was sagt man sich so bei einem derartigen Treffen? Wie reagiert man, wenn man sich gegenübersteht? Letztlich ließ Meffle einfach den Moment entscheiden. Er berichtete, dass sein Stammzellenspender Wolfgang Heppelmann und er sich zunächst nur bei der Begrüßung namentlich vorstellten und den Augenblick auf sich wirken ließen. Zunächst haben beide nichts herausgebracht. Auf der einen Seite saß der Spender Wolfgang Heppelmann, der sich 2003 typisieren ließ und 2013 zum lebensrettenden Spender wurde und auf der anderen Seite Arnulf Meffle, der Handballer, Realschullehrer und Großvater, der im Februar 2009 an Leukämie erkrankte und die Ende 2012 lebensbedrohend wurde.
Die beiden genetischen Zwillinge stellten fest, dass sie einen ähnlichen Geschmack haben, zumindest was die Kleidung anbelangt, der eine trug ein grünkariertes und der andere ein blaukariertes Hemd. Begleitet wurde das Treffen der beiden durch den SWR, der eine Dokumentation darüber machte.
Arnulf und Barbara Meffle sowie Wolfgang Heppelmann mit seiner Ehefrau tauschten die Adressen aus, um auch weiterhin in Kontakt bleiben zu können. Arnulf Meffle ist glücklich, seinen Lebensretter kennen lernen zu dürfen.
So wie es den Beiden an diesem Tag erging, kamen an diesem Tag in Birkenfeld rund ein Dutzend Spender und Empfänger zusammen, um sich kennenzulernen, sofern es denn gewünscht wurde, denn zwei Jahre nach der Spende werden es dem Spender und Empfänger durch die die Stiftung ermöglich, den Kontakt zu knüpfen.
Arnulf Meffle ist inzwischen wieder voll im Leben angekommen. Im Frühjahr dieses Jahres wagte er zusammen mit Eberhardt Gienger einen Tandem Sprung, seinem „Sprung ins neue Leben“. Die Gartenarbeit macht wieder Spaß und von ganzem Herzen ist er „Großvater“ der sich rührend um seine Enkel kümmert. Er hat auch schon darüber nachgedacht, noch einmal in den Lehrberuf zurückzukehren.

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