F-VL: Partie vierzig Minuten lang offen

W.B.O.Frauen, Handball, SG Ottersweier/Großweier

SG TG Altdorf/DJK Ettenheim – SG Ottersweier/Großweier 30:23 (18:16)

Mit neuem Selbstvertrauen, nach dem ersten 30:28 Heimsieg vergangene Woche gegen die SG Scutro ging die SG Ottersweier/Großweier zur nächsten Herausforderung beim Tabellensechsten der SG TG Altdorf/DJK Ettenheim. Die junge, spielstarke Mannschaft aus Altdorf/Ettenheim die mit viel Tempo und schnellem Umschaltspiel konsequent den Weg zum Tor suchte, brauchte lange um einen zum Schluß souveränen 30:23 Heimsieg einzuspielen. Die SG Ottersweier/Großweier konnte bis zur 41. Minute und einem knappen 19:21 Rückstand die Partie ausgeglichen gestalten. Doch ein intensiver Zwischenspurt der SG TG Altdorf/DJK Ettenheim innerhalb von drei Minuten mit fünf Toren in Folge brachte beim 26:19 durch Marleen Burger (44.) die Vorentscheidung. Antonia Wagener und Emilia Stubert mit jeweils sieben Toren waren die Sieggaranten bei der SG TG Altdorf/DJK Ettenheim. Da halfen auch die elf Tore der überragenden Jana Zimmer auf Seiten der SG Ottersweier/Großweier nicht die nun fünfte Niederlage zu verhindern. 
Es war eines dieser Spiele, in denen das Ergebnis am Ende deutlicher ausfällt, als es der Verlauf lange Zeit vermuten ließ. Mit einem stark dezimierten Kader angereist, verlangte die SG Ottersweier/Großweier der SG TG Altdorf/DJK Ettenheim einiges ab. Erst in der Schlussphase konnten sich die Gastgeberinnen entscheidend absetzen und gewannen mit 30:23. Die Mannschaft des Trainerduos Iris Beyrle und Norma Krake setzte zunächst genau das um, was sie sich vorgenommen hatte, den Gegner ärgern, mutig die Lücken suchen und sich auch von Rückständen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Sarah Pfeifer eröffnete nach 79 Sekunden den Torreigen zur 0:1 Führung. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die SG Ottersweier/Großweier durch ein Treffer von Sarah Pfeifer (6.) zum 4:3, einen sicher verwandelten Siebenmeter von Jana Zimmer (11.) zum 8:6 und einem Rückraumtreffer von Finja Nesselhuf (18.) zum 11:9 auf Augenhöhe blieb. Auch nach dem zwischenzeitlichen 13:9 der Gastgeberinnen durch Marleen Burger (19.) kämpfte sich die SG Ottersweier/Großweier zurück und verkürzte durch die erfolgreichste SG-Werferin Jana Zimmer bis zur Pause auf 18:16. Altdorfs Trainerin Sabrina Chaloupka zeigte sich mit dem knappen Vorsprung offenbar unzufrieden und fand in der Halbzeit deutliche Worte. Nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung zunächst offen. Lysann Zerr (29.) verkürzte auf 17:15 und hielt ihre Mannschaft mit dem Treffer zum 19:17 (36.) weiter in Schlagdistanz. Die SG Ottersweier/Großweier nutzte die Lücken in der gegnerischen Defensive geschickt und stellte Altdorf/Ettenheim immer wieder vor Probleme. Angesichts der körperbetonten und teilweise harten Gangart in der Altdorfer/Ettenheimer Abwehr verzichtete das SG-Trainerduo Iris Beyrle/Norma Krake vorsichtshalber auf einen Einsatz der noch angeschlagenen Janina Hirscher. Damit waren die ohnehin begrenzten Wechselmöglichkeiten, Lina Rückert und Lisa Belikan fehlten verletzungsbedingt, zusätzlich eingeschränkt. Die entscheidende Phase folgte im letzten Drittel des Spiels. Trotz gut herausgespielter Möglichkeiten fehlte zunehmend die Konsequenz im Abschluss. Mehrfach scheiterte die SG Ottersweier/Großweier an der Altdorfer Torhüterin Mia Kurz, die dadurch immer besser ins Spiel fand. Die SG TG Altdorf/DJK Ettenheim nutzte dies konsequent und baute ihren Vorsprung bis zur 44. Minute auf 25:19 aus. Sarah Pfeifer (58.) setzte mit ihrem Treffer zum 23:30 den Schlusspunkt. Unterm Strich zeigte die SG Ottersweier/Großweier über weite Strecken eine engagierte Vorstellung und bewies, dass sie auch unter schwierigen Voraussetzungen mithalten kann. Um sich für diesen Aufwand zu belohnen, fehlten die nötige Treffsicherheit und vor allem personelle Alternativen auf der Bank, um über die gesamte Spielzeit dagegenhalten zu können. So fiel die Niederlage deutlicher aus, als es der lange umkämpfte Spielverlauf vermuten ließ. Nach der Partie fand SG-Trainerin Iris Beyrle die richtigen Worte. „Heute haben wir eine richtig starke erste Halbzeit gezeigt“. „Wir waren als Team geschlossen, hatten einen super Teamgeist und jede Spielerin konnte mit guten Aktionen überzeugen“. „Wir waren immer dran, haben auf Augenhöhe gespielt und gezeigt, dass wir absolut mithalten können“. „In der zweiten Halbzeit haben wir leider durch zu viele technische Fehler und Fehlwürfe den Faden verloren“. „Dadurch konnten wir nicht mehr an die Leistung der ersten Hälfte anknüpfen und haben am Ende leider deutlich zu hoch verloren“. „Trotzdem wir werden die starke erste Halbzeit mitnehmen und darauf aufbauen“, so Iris Beyrle. Das nun anstehende spielfreie Wochenende kommt der SG Ottersweier/Großweier gelegen. Zeit, um durchzuatmen, angeschlagenen Spielerinnen eine Pause zu gönnen und sich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. 

Altdorf/Ettenheim: Wagner 7/1, Fucilli 2, Hanna Maurer 1, Pia Maurer 1, Blank 1, Thomann 5, Stubert 7, Kienle 1, Huck 3, Burger 2.
Ottersweier/Großweier: Mettke 2, Zerr 2, Pfeifer 4, Hördt 2, Zimmer 10/2, Louisa Vierthaler 1, Nesselhuf 2.

(erb)