M-LL: Herzschlagfinale beschert der SG einen Punkt

W.B.O.Handball, Männer, SG Ottersweier/Großweier

SG Ottersweier/Großweier – TV Ispringen 26:26 (11:14)

Was für ein Schlussakkord in der Winfried-Rosenfelder-Halle in Achern: Die SG Ottersweier/Großweier erkämpfte sich gegen den TV Ispringen in einem echten Herzschlagfinale noch ein 26:26-Unentschieden. Lange sah es nach einer Niederlage aus, doch in den letzten 90 Sekunden drehte die SG eine bereits verloren geglaubte Partie noch einmal komplett. Angeführt von Routinier Marcel Konjevic gelangen innerhalb kürzester Zeit vier Treffer, die den viel umjubelten Punkt sicherten.
Dabei startete die SG eigentlich ordentlich in die Partie. Über 2:0 und 3:1 ging die Mannschaft früh in Führung und lag in der 8. Minute mit 4:2 vorne. Allerdings zeigte sich bereits in dieser Phase ein Problem, das die SG über weite Strecken begleiten sollte: die Chancenverwertung. Statt sich weiter abzusetzen, ließ die Mannschaft zu viele Möglichkeiten ungenutzt.
In der Folge verlor die SG zunehmend den Faden. Ispringen fand besser ins Spiel, nutzte die Fehler der Gastgeber konsequent aus und drehte die Partie. Über 5:7, 8:11 und 9:12 geriet die SG ins Hintertreffen. Kurz vor der Pause konnte Ispringen den Vorsprung sogar auf vier Tore ausbauen. Jaris Eggs verkürzte noch einmal, sodass es mit einem 11:14-Rückstand in die Kabinen ging.
Nach dem Seitenwechsel hatte sich die SG viel vorgenommen, lief den eigenen Ansprüchen zunächst aber deutlich hinterher. Schwache Abschlüsse und technische Fehler sorgten dafür, dass Ispringen seinen Vorsprung weiter ausbauen konnte. Beim 12:18 in der 38. Minute lag die SG erstmals mit sechs Toren zurück.
Doch die Mannschaft gab sich nicht auf. Mit der Hereinnahme von Spielmacher Marcel Konjevic und Leader Adrian Metzinger ging noch einmal ein Ruck durch die Reihen der SG. Stück für Stück kämpfte sich die Mannschaft zurück in die Partie. Raphael Jörger und Adrian Metzinger sorgten mit wichtigen Treffern dafür, dass der Rückstand immer weiter schmolz. In der 48. Minute war die SG beim 19:20 wieder auf Tuchfühlung.
Ispringen fing sich jedoch wieder und schien die Partie endgültig zu entscheiden. Bis zur 58. Minute konnten die Gäste ihren Vorsprung erneut auf vier Tore ausbauen. Beim 22:26 schien die Partie kurz vor dem Ende entschieden – und wohl kaum jemand in der Halle hätte zu diesem Zeitpunkt noch mit einem Punktgewinn der SG gerechnet.
Doch dann begann eine unglaubliche Schlussphase.
Die SG stellte auf offene Manndeckung um und zwang Ispringen damit zu Fehlern. Gleichzeitig spielte die Mannschaft plötzlich mit einer enormen Energie und Entschlossenheit. Marcel Konjevic übernahm Verantwortung und verkürzte zunächst auf 23:26. Nach einem weiteren Treffer von Matthias Schrempp stand es 24:26.
Dann blieben nur noch wenige Sekunden. Konjevic traf erneut zum 25:26 und plötzlich war die Halle endgültig da. Die SG erkämpfte sich noch einmal den Ball – und wieder war es Marcel Konjevic, der Verantwortung übernahm. Sieben Sekunden vor dem Ende erzielte er tatsächlich den 26:26-Ausgleich. Innerhalb von gerade einmal rund 90 Sekunden hatte die SG einen Vier-Tore-Rückstand egalisiert.
Der Jubel nach dem Schlusspfiff war entsprechend groß. Was über weite Strecken ein enttäuschender Auftritt mit vielen technischen Fehlern und schwachen Abschlüssen gewesen war, endete plötzlich doch noch mit einem Punktgewinn.
Natürlich wird die Mannschaft die Partie dennoch kritisch analysieren müssen. Über weite Strecken blieb die SG deutlich hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück. Gleichzeitig hat die Schlussphase gezeigt, welche Energie und welcher Kampfgeist in der Mannschaft stecken. Genau diese Stimmung und Euphorie gilt es nun für die kommenden Spiele zu konservieren. Denn wenn die SG es schafft, diese Mentalität mit einer besseren Chancenverwertung und weniger technischen Fehlern zu verbinden, ist in dieser Saison noch einiges möglich.
Am Ende bleibt vor allem eines: Ein Punkt, mit dem nach dem Spielverlauf in der 58. Minute niemand mehr gerechnet hatte.

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